Bevor das Schweizer Geld ins Portemonnaie passte, füllte es ganz unterschiedliche Geldbeutel. Einheimische Prägungen lagen neben fremden Talern und Rechnungseinheiten wechselten von Ort zu Ort. Der Bundesfranken schuf einen gemeinsamen Massstab. Seine Banknoten entwickelten später eine Bildsprache für das Land: mit Menschen, Wissen, Landschaften und Handgriffen.
Vor dem Franken: Geld zwischen mehreren Wirtschaftsräumen
Wer einen Pass überquerte, einen Markt besuchte oder eine Schuld beglich, konnte in der alten Eidgenossenschaft keine einheitliche Landeswährung voraussetzen. Städte, Orte, Fürstbischöfe und Klöster besassen Münzrechte. Die Instanz, die eine Prägung garantierte, war mitunter ganz in der Nähe; das darin enthaltene Metall konnte aus einem weit entfernten Wirtschaftsraum stammen. Zürich, Bern, Basel und Genf waren in Handelsbeziehungen eingebunden, die über die Grenzen der heutigen Schweiz hinausreichten.
Pfennige, Batzen, Kreuzer, Taler und französische Écus gehörten zu einer wechselnden Geldlandschaft. Dabei war die Recheneinheit, in der ein Preis festgehalten wurde, nicht unbedingt identisch mit der Münze, die tatsächlich den Besitzer wechselte. Ähnlich benannte Stücke konnten sich in Gewicht und Feingehalt unterscheiden. Letzterer bezeichnet den Anteil des Edelmetalls.
Diese Vielfalt war Ausdruck örtlicher Herrschaft und wirtschaftlicher Verflechtung. Südlich der Alpen orientierte man sich auch an italienischen Märkten und Münzstätten, andernorts stärker an Frankreich oder den deutschen Ländern. Münzvereinbarungen sollten den Handel erleichtern, ohne die lokalen Rechte aufzuheben. Wappen und Umschriften auf einer kantonalen Münze sind deshalb mehr als Schmuck: Sie zeigen, wer für ihren Wert einstehen wollte.
Quellen : Dictionnaire historique de la Suisse · Monnaies · DHS · Monnaie / Geld / Moneta · Musée national suisse · The franc and its predecessors
Ein erster Anlauf zur gemeinsamen Währung
Die Helvetische Republik versuchte ab 1798, das Münzwesen zu zentralisieren. Ihr Franken wurde in zehn Batzen oder hundert Rappen unterteilt. Name und dezimale Ordnung weisen voraus, doch dieser Franken darf nicht mit dem Bundesfranken von 1850 gleichgesetzt werden. Metallische Grundlage und politische Voraussetzungen waren andere.
Nach 1803 erhielten die Kantone ihre Zuständigkeit zurück. Die kurze Zentralisierung hatte die umlaufenden Münzen nicht vollständig ersetzt. Ausländisches Geld blieb für den Handel unverzichtbar. Ob eine gemeinsame Währung künftig dem französischen Franken oder dem süddeutschen Gulden folgen sollte, berührte deshalb gewachsene Geschäftsbeziehungen und ganze regionale Buchhaltungssysteme.
Mit der Bundesverfassung von 1848 verlagerte sich die Entscheidung auf eine neue Ebene: Das ausschliessliche Münzrecht ging an den Bund. Der Aufbau des Bundesstaats verlangte nach vergleichbaren Preisen, Einnahmen und Verträgen. Die politische Gemeinsamkeit sollte auch im täglichen Bezahlen erfahrbar werden.
Quellen : Dictionnaire historique de la Suisse · Monnaies · DHS · Monnaie / Geld / Moneta
1850: der Bundesstaat kommt in den Geldbeutel
Das Bundesgesetz vom 7. Mai 1850 schuf den Schweizer Franken zu hundert Rappen. Er orientierte sich am französischen Franc. Der silberne Einfrankenwert entsprach zunächst fünf Gramm mit einem Feingehalt von neun Zehnteln, also 4,5 Gramm Feinsilber. Damit knüpfte die Schweiz an einen bereits vertrauten Münzraum an.
Ein Gesetz allein ersetzte das vorhandene Bargeld allerdings nicht. 1851 und 1852 mussten alte Prägungen eingezogen, Umrechnungssätze angewandt und Kassenbestände erneuert werden. Die ersten Bundesmünzen entstanden in Paris und Strassburg, weil geeignete Produktionskapazitäten im Inland fehlten. 1853 übernahm der Bund die bisherige Berner Münzstätte; 1855 begann dort die eidgenössische Prägung.
Die sitzende Helvetia, von Antoine Bovy graviert, gab der neuen Einheit ein Gesicht. Eine Allegorie konnte den Bund vertreten, ohne einen bestimmten Kanton oder einen Herrscher hervorzuheben. Auch der lateinische Name «Confoederatio Helvetica», auf den das Kürzel CHF verweist, überschritt Sprachgrenzen. Die Währungsreform war einschneidend, doch die Versorgung mit Münzen blieb zunächst auf ausländische Stücke angewiesen.
Quelldatei · Rechtsgrundlage
Quellen : DHS · Franken · Swissmint · FAQ · DHS · Monnaie / Geld / Moneta
Die Lateinische Münzunion: gemeinsame Standards
1865 vereinbarte die Schweiz mit Frankreich, Belgien und Italien gemeinsame Regeln für bestimmte Gold- und Silbermünzen. Griechenland trat 1868 bei. Gewicht und Feingehalt machten die erfassten Prägungen untereinander kompatibel. Ein Schweizer Franken und eine italienische Lira konnten so demselben monetären Rahmen angehören und dennoch unterschiedliche nationale Bilder tragen.
Die Union besass weder eine gemeinsame Zentralbank noch eine Einheitswährung im heutigen Sinn. Die Staaten behielten ihre Institutionen und ihre Banknoten. Vereinbart wurden Standards für bestimmte Metallmünzen, verbunden mit Regeln und Beschränkungen. Daraus entstand keine unterschiedslose Austauschbarkeit aller Zahlungsmittel.
Das Verhältnis von Gold und Silber erwies sich als Schwachstelle. Veränderungen der Metallpreise verschoben die Anreize zum Prägen, Einschmelzen oder Ausführen. Beschränkungen der Silberprägung stärkten schrittweise die Rolle des Goldes. Der Erste Weltkrieg erschütterte die verbliebene Ordnung. Die Auflösung der Union wurde auf den 1. Januar 1927 wirksam; die Bindung des Frankens an Gold bestand über diesen institutionellen Schlussstrich hinaus.
Quellen : DHS · Monnaie / Geld / Moneta · Swissmint · FAQ
1907: nach den Münzen werden auch die Noten vereinheitlicht
Während Münzen seit 1850 Sache des Bundes waren, gaben weiterhin verschiedene Banken eigene Noten aus. Eine solche Note verkörperte zunächst das Zahlungsversprechen eines einzelnen Instituts. Ihre Verwendbarkeit hing davon ab, ob man diesem Institut vertraute und ob andere Banken das Papier annahmen. Die gemeinsame Recheneinheit beseitigte diese Unterschiede nicht von selbst.
1891 wurde das Notenmonopol des Bundes in der Verfassung verankert. Bis zur Gründung der zuständigen Institution vergingen weitere Jahre. Am 20. Juni 1907 nahm die Schweizerische Nationalbank ihren Betrieb auf. Die spezialgesetzliche Aktiengesellschaft mit Sitzen in Bern und Zürich war ein politischer Ausgleich; die Beteiligung der Kantone an Kapital und Erträgen berücksichtigte deren Interessen.
Das neue Institut führte das Notenwesen im gesamtwirtschaftlichen Rahmen zusammen. Zugleich arbeitete es in einer internationalen Ordnung, deren Bezugspunkt noch Gold war. Für eine völlig neue grafische Serie blieb bis zur Eröffnung zu wenig Zeit. Die ersten SNB-Noten waren deshalb Übergangsnoten: Die institutionelle Neuordnung war schneller als die künstlerische.
Quellen : DHS · Banques d’émission · SNB · How long has the Swiss National Bank existed? · SNB · Past banknote series
Kriege und die Grenzen monetärer Beständigkeit
1914 wurde die Einlösung der Banknoten in Gold ausgesetzt. Auch die neutrale Schweiz litt unter Versorgungsschwierigkeiten und steigenden Lebenshaltungskosten. Edelmetall wurde zurückbehalten, Papiergeld gewann an Bedeutung. Dass die Währung weiterhin Franken hiess, sagte wenig darüber aus, wie viel man sich dafür kaufen konnte.
Nach dem Krieg sollte die Goldbindung die internationale Geldordnung wieder stabilisieren. Die Schweiz erreichte die Vorkriegsparität faktisch 1924 und rechtlich 1930. In der Weltwirtschaftskrise verstärkte das Festhalten an ihr den Deflationsdruck. Sinkende Preise gingen mit Belastungen für Unternehmen und Beschäftigte einher. Am 26. September 1936 beschloss der Bundesrat eine Abwertung um rund 30 Prozent. Die Goldparität wurde verändert, die Beziehung zum Gold damit noch nicht vollständig aufgehoben.
Der Zweite Weltkrieg wirft andere Fragen auf. In einem Europa von Besatzung und Devisenkontrollen erleichterten der konvertierbare Franken und der Schweizer Finanzplatz internationale Geschäfte. Die SNB kaufte Gold von der Reichsbank; ein Teil stammte aus geplünderten Zentralbankreserven besetzter Länder. Die Unabhängige Expertenkommission hat die Tragweite dieser Geschäfte sowie das Wissen und die Verantwortung der Beteiligten untersucht. Zur Geschichte des Frankens gehört auch dieses Kapitel. Der geldpolitische Kontext erklärt Handlungsspielräume, rechtfertigt aber nicht automatisch das Handeln.
Quellen : BNS · Chronique monétaire · SNB · Gold standard, deflation and depression (2003) · Commission indépendante d’experts · Final Report (2002) · SNB · Gold transactions in the Second World War (1999)
Von festen Paritäten zu flexiblen Wechselkursen
Die Nachkriegsordnung von Bretton Woods richtete die grossen Währungen auf den Dollar aus. Dieser war für ausländische Währungsbehörden in Gold umtauschbar. Die Schweiz gehörte dem Internationalen Währungsfonds zunächst nicht an — der Beitritt erfolgte 1992 —, ihre Geldpolitik bewegte sich dennoch im Umfeld fester Wechselkurse. Institutionelle Distanz bedeutete keine wirtschaftliche Abschottung.
Mit wachsenden Spannungen und Kapitalbewegungen liessen sich die Paritäten immer schwieriger halten. Im Januar 1973 gab die Schweiz den Wechselkurs des Frankens frei. Die Nationalbank konnte ihre Politik stärker auf die Preisstabilität im Inland ausrichten, musste aber mit einem schwankenden Aussenwert umgehen. Auch unter flexiblen Wechselkursen blieben Inflation und Zielkonflikte bestehen.
Von diesem praktischen Übergang ist die rechtliche Lösung vom Gold zu unterscheiden. Im Jahr 2000 entfielen die verbliebenen gesetzlichen Bindungen. Gold blieb ein Reservevermögen der SNB; eine Banknote versprach nun aber keinen festen Metallbetrag mehr. An die Stelle der Einlösbarkeit trat eine institutionell getragene Geldordnung, deren Glaubwürdigkeit sich in der geldpolitischen Praxis bewähren muss.
Quellen : SNB · The Swiss National Bank 1907–2007 · SNB · How long has the Swiss National Bank existed? · BNS · Chronique monétaire · SNB · Quarterly Bulletin 1/2000
Vertrauen hat eine Geschichte — und Folgen
Der Ruf des Frankens ist über lange Zeit gewachsen. Verlässliche Institutionen, funktionierende Zahlungen, vergleichsweise stabile Preise über längere Zeiträume und internationale Verflechtungen tragen dazu bei. Dieser Ruf ist weder eine natürliche Eigenschaft des Landes noch eine Zusicherung für die Zukunft. Die Abwertung von 1936 und frühere Inflationsphasen gehören ebenso zur Geschichte.
In unsicheren Zeiten kann die Nachfrage nach Franken stark zunehmen. Was Vertrauen ausdrückt, wird dann für Teile der Wirtschaft zur Belastung: etwa wenn ein Unternehmen Einnahmen in fremder Währung erzielt, seine Kosten aber in Franken trägt. Die gesuchte Währung kann jene Tätigkeit erschweren, auf der ein Teil ihrer wirtschaftlichen Grundlage beruht.
Am 6. September 2011 legte die SNB einen Mindestkurs von 1.20 Franken je Euro fest, um einer übermässigen Aufwertung entgegenzuwirken. Am 15. Januar 2015 hob sie ihn unter veränderten internationalen Bedingungen auf. Diese Entscheidungen zeigen, wie die Nationalbank mit den Folgen der Frankennachfrage umging. Die genannten Werte sind historische Angaben, keine aktuellen Wechselkurse und keine Prognose.
Quellen : SNB · Minimum exchange rate, 6 September 2011 · SNB · After the minimum exchange rate (2015) · SNB · How long has the Swiss National Bank existed?
Maler entwerfen ein Bild des Landes
Die erste Serie der SNB musste vor allem rechtzeitig verfügbar sein und übernahm bewährte Vorlagen. Mit der zweiten Serie ab 1911 erhielt die künstlerische Gestaltung grösseres Gewicht. Ferdinand Hodler entwarf den Holzfäller und den Mäher; Eugène Burnand die Stickerinnen und die Giesserei. Körperliche Arbeit gab dem abstrakten Geldwert eine anschauliche Gestalt.
Solche Bilder konnten Gemeinsamkeiten über Sprachgrenzen hinweg anbieten. Landwirtschaft, Handwerk und Industrie fanden auf dem Papier Platz. Zugleich blieb jede Darstellung eine Auswahl. Sie zeigte, welches Bild der Gemeinschaft die Auftraggeber vermitteln wollten, und bildete nicht die ganze Gesellschaft ab.
Die weitere Seriengeschichte verlangt genaues Hinsehen. Zur dritten Serie gehören Kriegsnoten und Reserveentwürfe. Die vierte Serie mit Arbeiten von Victor Surbek und Hans Erni kam nie in Umlauf. Eine Zentralbank lässt auch Noten für einen möglichen Ernstfall herstellen. Ausgabe, Probedruck und Reserve sind deshalb verschiedene Kategorien; die Seriennummer allein verrät noch nicht, was Menschen tatsächlich im Portemonnaie hatten.
Quelldatei · Rechtsgrundlage
| Serie / zeitlicher Bezug | Gestaltung und Bedeutung |
|---|---|
| 01 · 1907 | Übergangsnoten: Anschluss an die Vorlagen der bisherigen Emissionsbanken. |
| 02 · 1911 | Hodler und Burnand: Arbeitswelten zwischen Malerei und gemeinschaftlichen Bildern. |
| 03 · 1918 | Kriegs- und Reservenoten; gestaffelte Ausgaben, darunter Pestalozzi im Jahr 1930. |
| 04 · 1938 | Surbek und Erni: Reserveserie, nie in Umlauf gesetzt. |
| 05 · 1956 | Eidenbenz und Gauchat: Porträts, Lebenszyklen und Zusammenhänge beider Seiten. |
| 06 · 1976 | Ernst und Ursula Hiestand: Persönlichkeiten und Wissen, sechs ausgegebene Werte. |
| 07 · 1984 | Roger und Elisabeth Pfund: letzte Reserveserie, nie ausgegeben. |
| 08 · 1995 | Zintzmeyer: Künste, vertikale Komposition, digitale Gestaltung; Rückruf 2021. |
| 09 · 2016 | Pfrunder: Hand, Globus und sechs Seiten der Schweiz; Ausgabe 2019 abgeschlossen. |
Die Jahreszahl einer Serie ist nicht mit dem Ausgabedatum jeder einzelnen Note gleichzusetzen.
Quellen : SNB · Past banknote series
1956: Bilder von Lebenszeit und Vergänglichkeit
Die fünfte Serie entwickelte den Zusammenhang beider Notenseiten weiter. Hermann Eidenbenz gestaltete unter anderem die Zehnernote mit Gottfried Keller und die Zwanzigernote mit General Dufour. Pierre Gauchat entwarf die vier höheren Werte, die 1957 ausgegeben wurden. Die Beziehung zwischen Vorder- und Rückseite wurde zu einem tragenden Gestaltungsprinzip.
Apfelernte, Sankt Martin, Jungbrunnen und Totentanz eröffneten Bildwelten von Nahrung, Teilen, Alter und Tod. Besonders die Tausendernote schafft eine bemerkenswerte Spannung: Ein Gegenstand zur Aufbewahrung von Wert trägt eine Darstellung der Vergänglichkeit. Das ist eine kulturgeschichtliche Lesart der Komposition, keine Aussage über ihre geldpolitische Funktion.
Die grossen Formate boten den Bildern Raum, beanspruchten aber auch Hand und Geldbeutel. Unterschiedliche Farben und Abmessungen halfen beim Erkennen der Werte. Banknotengestaltung lässt sich deshalb nicht allein als gedrucktes Bild verstehen. Sie betrifft ebenso das Greifen, Falten, Zählen und Weitergeben eines Gebrauchsgegenstands.
Quellen : SNB · Past banknote series


1976: Wissen wird zum Gestaltungselement
Die sechste Serie, ab 1976 ausgegeben, verband historische Persönlichkeiten eng mit ihren Forschungs- und Tätigkeitsgebieten. Das Porträt führte zu Instrumenten, Organismen, Diagrammen oder Landschaften. Ernst und Ursula Hiestand schufen keine isolierten Ehrentafeln, sondern strukturierte Bildräume, in denen Gesicht und Wissen aufeinander bezogen sind.
Euler, de Saussure, Gessner, Borromini, Haller und Forel stehen für unterschiedliche Disziplinen und kulturelle Räume. Grafische Genauigkeit erfüllt dabei mehrere Aufgaben: Feine Strukturen erschweren das Kopieren und laden zugleich zum Betrachten ein. Ein alltäglicher Gegenstand macht ungewohnte Wissenswelten sichtbar.
Die Würdigung auf einer Note war eine Auswahl ihrer Zeit; sie bedeutet keine Zustimmung zu sämtlichen Ansichten der dargestellten Person. Bei Auguste Forel stehen Ameisen- und Hirnforschung neben eugenischen Positionen, die das Historische Lexikon der Schweiz dokumentiert. Die wissenschaftliche Würdigung auf der Note ersetzt keine Auseinandersetzung mit der ganzen Biografie. Die siebte Serie von Roger und Elisabeth Pfund wurde als Reserve hergestellt und nie ausgegeben. Sie blieb die letzte Reserveserie. Danach rückte die laufende Weiterentwicklung des Sicherheitskonzepts in den Vordergrund.
| Wert | Sechste Serie · ab 1976 | Wert | Achte Serie · ab 1995 |
|---|---|---|---|
| 10 | Leonhard Euler · Mathematik, Optik und Wasserturbine | 10 | Le Corbusier · Architektur, Modulor und Chandigarh |
| 20 | Horace-Bénédict de Saussure · Geologie und Alpenforschung | 20 | Arthur Honegger · Musik und Partitur |
| 50 | Konrad Gessner · Naturkunde, Uhu und Primel | 50 | Sophie Taeuber-Arp · bildende Kunst, Relief und Komposition |
| 100 | Francesco Borromini · Architektur von Sant’Ivo in Rom | 100 | Alberto Giacometti · Skulptur, L’Homme qui marche |
| 500 | Albrecht von Haller · Anatomie, Kreislauf und Atmung | 200 | Charles Ferdinand Ramuz · Literatur und Waadtländer Landschaft |
| 1000 | Auguste Forel · Insektenkunde, Ameisen und Ameisenhaufen | 1000 | Jacob Burckhardt · Kulturgeschichte und Renaissance |
Quellen : SNB · Historische Banknotenserien · DHS · Auguste Forel
1995: die Künste in vertikaler Anordnung
Mit der achten Serie kamen Architektur, Musik, bildende Kunst und Literatur zusammen. Jörg Zintzmeyer entwickelte aus der vertikalen Ausrichtung eine durchgehende Bildordnung. Grosszügige Porträts, Werke, Pläne und Zeichen verbanden die beiden Seiten. Jede Stückelung blieb durch ihre Farbe leicht erkennbar und bildete zugleich eine eigenständige Komposition.
Le Corbusier, Arthur Honegger, Sophie Taeuber-Arp, Alberto Giacometti, Charles Ferdinand Ramuz und Jacob Burckhardt repräsentierten verschiedene künstlerische und intellektuelle Zugänge. Auf der Fünfzigernote fanden Taeuber-Arps geometrische Arbeiten eine alltägliche Öffentlichkeit. Malerei, Textilgestaltung und Tanz konnten als zusammenhängende Praxis wahrgenommen werden. In der Wertreihe ersetzte die Zweihunderternote die Fünfhunderternote.
Zum ersten Mal wurde die Bildgestaltung elektronisch unterstützt. Auch das Sicherheitskonzept veränderte sich: Die Öffentlichkeit sollte sichtbare Merkmale selbst prüfen können. Die zwischen 1995 und 1998 eingeführte Serie wurde auf den 30. April 2021 zurückgerufen. Seither ist sie kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr, kann aber wie die sechste Serie zeitlich unbeschränkt bei der SNB umgetauscht werden. Geldrechtlicher Status und kulturgeschichtliche Bedeutung folgen unterschiedlichen Zeitläufen.
Quelldatei · Rechtsgrundlage
Quellen : SNB · Past banknote series · SNB · Cash supply and distribution
2016–2019: ein Land anhand seiner Handlungen zeigen
Die neunte Serie verzichtet auf Porträts berühmter Persönlichkeiten. Ihr Thema lautet «Die vielseitige Schweiz». Hand und Globus erscheinen auf jeder Note. Tätigkeiten, Orte und Elemente verbinden sich: Dirigieren, Halten, Schenken oder Forschen werden zu Zugängen zu einem Land, das sich im Austausch mit der Welt versteht.
Manuela Pfrunder hatte im Wettbewerb von 2005 den zweiten Platz erreicht und wurde 2007 mit der Weiterentwicklung beauftragt. Bis zur Ausgabe mussten Bildsprache, Farben, Bedruckstoff, Haltbarkeit und Sicherheitsmerkmale aufeinander abgestimmt werden. Orell Füssli druckt die Noten auf Durasafe von Landqart: Zwischen zwei Baumwollpapierschichten liegt eine Polymerschicht. Fenster und optische Wirkungen sind Teil des materiellen Aufbaus.
Alle Noten sind 70 mm breit; ihre Länge nimmt je Wert um 7 mm zu. Damit ist die Serie kompakter als ihre Vorgängerin. Deutlich unterschiedene Farben unterstützen die Orientierung. Tastbare Elemente, der optisch veränderliche Globus, der Sicherheitsstreifen, das Kreuz und Durchsichtsmerkmale verlangen einfache Prüfbewegungen: kippen, betrachten, fühlen. Sicherheit folgt hier nicht erst auf die Gestaltung, sondern wirkt an ihr mit.
Internationale Anerkennung lässt sich konkret benennen: Die International Bank Note Society zeichnete die Fünfzigernote für 2016 und die Zehnernote für 2017 aus. Das Urteil einer Sammlervereinigung ist kein allgemeingültiger Qualitätsmassstab. Es zeigt aber, dass das Zusammenspiel von Erzählung, Herstellung und Erkennbarkeit auch ausserhalb der Schweiz aufmerksam wahrgenommen wurde.
Quelldatei · Rechtsgrundlage
| Wert / Farbe | Thema und Element | Originalformat |
|---|---|---|
| 10 · gelb | Organisation · Zeit: Dirigentenstab, Uhrwerk und Schienennetz. | 70 × 123 |
| 20 · rot | Kreativität · Licht: Prisma, Film und Kulturszene. | 70 × 130 |
| 50 · grün | Erlebnisse · Wind: Löwenzahn, Berge und Gleitschirm. | 70 × 137 |
| 100 · blau | Humanitäre Tradition · Wasser: schöpfende Hände und Walliser Wasserleitung. | 70 × 144 |
| 200 · braun | Forschung · Materie: Koordinatenachsen und Teilchendetektor. | 70 × 151 |
| 1000 · violett | Kommunikation · Sprache: Händedruck, Lautschrift und Parlament. | 70 × 158 |
Dokumentarische Massangaben in Millimetern (Breite × Länge), keine massstabgetreue Abbildung. Die Jahreszahl einer Serie ist nicht mit dem Ausgabedatum jeder einzelnen Note gleichzusetzen.
Quellen : SNB · The current banknote series · SNB · Life cycle: design and production · Landqart · IBNS Bank Note of the Year 2017
Münzbilder überdauern Generationen
Neben den wechselnden Notenserien fällt die Beständigkeit der Münzbilder auf. Die im 19. Jahrhundert eingeführte stehende Helvetia auf den Halb-, Ein- und Zweifrankenstücken bleibt vertraut. Paul Burkhards Alphirt auf dem Fünffrankenstück, seit 1922, stellt eine andere nationale Figur vor: ein markantes Profil, das sich im Alltag schnell erkennen lässt.
Bildliche Kontinuität bedeutet jedoch keine unveränderte Metallzusammensetzung. Ende der 1960er-Jahre ersetzte Kupfernickel das Silber der betreffenden Umlaufmünzen. Nennwert und Materialpreis lösten sich stärker voneinander. Das 1897 eingeführte Goldvreneli nahm einen anderen Weg: Es gehört heute eher zur numismatischen Erinnerung und zum Edelmetallmarkt als zum gewöhnlichen Bezahlen.
Swissmint stellt die Münzen des Bundes her; die SNB bringt sie in Umlauf. Davon zu unterscheiden sind Gestaltung und Ausgabe der Banknoten. Der Franken besteht also aus mehreren Arten von Gegenständen, Verantwortlichkeiten und handwerklichen Verfahren. Seine Geschichte erschliesst sich gerade aus deren Zusammenspiel.
Quellen : Dictionnaire historique de la Suisse · Monnaies · Swissmint · FAQ · SNB · Cash supply and distribution
Greifbares Geld in einer digitalen Zahlungswelt
Karten, Bezahl-Apps und schnelle Überweisungen verlagern Zahlungen vom Bargeld auf andere Wege. Im August 2024 wurden Instant-Zahlungen im Schweizer Markt eingeführt. Dabei bleibt die Unterscheidung wesentlich: Eine Banknote ist eine Verbindlichkeit der Zentralbank, ein Guthaben bei einer Geschäftsbank eine Forderung gegenüber dieser Bank.
Im Projekt Helvetia erprobt die SNB digitales Zentralbankgeld für Finanzinstitute, unter anderem zur Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte. Es handelt sich nicht um einen digitalen Franken für die gesamte Bevölkerung. Der Pilotbetrieb soll mindestens bis Juni 2028 weiterlaufen; damit ist noch keine dauerhafte Einführung beschlossen.
Gleichzeitig entsteht eine zehnte Banknotenserie zum Thema «Die Schweiz und ihre Höhenlagen». Am 4. März 2026 gab die SNB bekannt, Emphase unter der Leitung von Fabienne Kilchör und Sébastien Fasel mit der Gestaltung zu beauftragen. Der Wettbewerbsentwurf wird weiterentwickelt und kann sich noch deutlich ändern. Eine Ausgabe wird frühestens zu Beginn der 2030er-Jahre erwartet. Im Umlauf bleibt somit die neunte Serie. Nach allen Veränderungen behält die Banknote eine besondere Aufgabe: gemeinsames Vertrauen in eine sichtbare Form zu bringen, die von Hand zu Hand weitergegeben werden kann.
Quellen : SNB · Instant payments (2025) · SNB · Project Helvetia · SNB · New banknote series project · 4 March 2026
Chronologischer Überblick
- 1798
- Franken der Helvetischen Republik
- 1850
- Einführung des Bundesfrankens
- 1907
- Betriebsaufnahme der SNB
- 1936
- Abwertung gegenüber Gold
- 1973
- Übergang zu flexiblen Wechselkursen
- 2016
- Erste Note der neunten Serie
Quellen und Dokumentation
Die folgenden Verweise erschliessen historische Darstellungen, numismatische Beschreibungen und aktuelle Mitteilungen. Die Quellen am Ende der Kapitel führen zu den verwendeten Dokumenten. Bildnachweise und Nutzungsbedingungen stehen jeweils bei der Abbildung.
- Dictionnaire historique de la Suisse · Monnaies hls-dhs-dss.ch
- DHS · Monnaie / Geld / Moneta hls-dhs-dss.ch
- Musée national suisse · The franc and its predecessors blog.nationalmuseum.ch
- DHS · Franken hls-dhs-dss.ch
- Swissmint · FAQ www.swissmint.ch
- DHS · Banques d’émission hls-dhs-dss.ch
- SNB · How long has the Swiss National Bank existed? www.snb.ch
- SNB · Past banknote series www.snb.ch
- BNS · Chronique monétaire www.snb.ch
- SNB · Gold standard, deflation and depression (2003) www.snb.ch
- Commission indépendante d’experts · Final Report (2002) www.uek.ch
- SNB · Gold transactions in the Second World War (1999) www.snb.ch
- SNB · The Swiss National Bank 1907–2007 www.snb.ch
- SNB · Quarterly Bulletin 1/2000 www.snb.ch
- SNB · Minimum exchange rate, 6 September 2011 www.snb.ch
- SNB · After the minimum exchange rate (2015) www.snb.ch
- SNB · Historische Banknotenserien www.snb.ch
- DHS · Auguste Forel hls-dhs-dss.ch
- SNB · Cash supply and distribution www.snb.ch
- SNB · The current banknote series www.snb.ch
- SNB · Life cycle: design and production www.snb.ch
- Landqart · IBNS Bank Note of the Year 2017 www.landqart.com
- SNB · Instant payments (2025) www.snb.ch
- SNB · Project Helvetia www.snb.ch
- SNB · New banknote series project · 4 March 2026 www.snb.ch
Weiterführend: Michel de Rivaz, Die schweizerische Banknote 1907–1997, Collection La Mémoire de l’œil, 1997 (ISBN 2-88100-080-0). Von der SNB empfohlene Literatur; für dieses Dossier wurden ihre institutionellen Beschreibungen ausgewertet.